Freitag, der Dreizehnte, und die Eröffnung der OPEN ART

Endlich ist es soweit: Ich reise mit meiner Arbeit „Im Spiegel des Augenblicks“ nach Freiburg im Breisgau. Bevor am Samstag, den 14. Mai, das OPEN ART Festival in Freiburg starten sollte, erhielt ich den Hinweis, dass eine Riesenbaustelle vor der Türe zur Universitätskirche gleich am Samstagmorgen die Zufahrt unmöglich machen würde. Nachdem meine Buch-Pakete zu schwer waren, um sie kilometerweit zu Fuß hinzuschleppen, blieb mir nichts anderes übrig, als sie am Abend vorher anzuliefern.
Entweder lag es am Datum – es war schließlich Freitag, der 13. – oder einfach am Beginn der Pfingstferien. Die Fahrt nach Freiburg dauerte nervenzehrende 5 1/2 Stunden. Endlich im Stadtkern angekommen, winkte ein Baustellenmitarbeiter schon von Weitem ab: Keine Einfahrt in die Bertoldstrasse möglich!

Glücklicherweise löste dann der magische Satz: „Wichtige Anlieferung zur Universitätskirche“ die Blockade und ich kam mit meiner Objektkunst doch noch rechtzeitig vor Pfingsten am Ziel an.

Die Wetterprognosen für ein Festival, das den öffentlich Raum bespielen und beleben will, waren reichlich schlecht. Trotzdem, als um 11 Uhr am Augustinerplatz Theo Hofsäss als „ …Kunstvermittler, der Kunst in Räume bringen will, die per se kunstfrei sind …“ Gäste und KünstlerInnen begrüßte und damit die OPEN ART 2016 eröffnete, spielte der Wettergott mit. Wenn auch nur kurzzeitig.

Und während der Initiator der OPEN ART, der Künstler Dominik Beller, die Idee des Festivals skizzierte und das ehrenamtlich arbeitende Künstlerteam vorstellte, wurde der besondere Charakter dieses außergewöhnlichen Ereignisses deutlich:
Ein fragiler Schirm, bestehend aus getrockneten Blüten, Zweigen und Samenständen von Pflanzen wurde durch die versammelte Menschenmenge getragen. Auch wenn das zauberhafte Kunstwerk von Gerhilt Haak bei Sonne sicher noch viel besser zur Geltung gekommen wäre, bot es doch eine gute Gelegenheit, darüber und sogar darunter ins Gespräch zu kommen.

Eine lautstarke, mitreißende Performance stellte nach der Begrüßung Biermann dem einsetzenden Mairegen entgegen. Direkt vor der ‚Säule der Toleranz‘ zog er lautmalerisch das Publikum an und warb mit seiner Klangkulisse für das Festival. Den Widrigkeiten des Wetters trotzte auch die Künstlerin Susanna Abendroth mit viel Geduld und ihren schwebenden Steine als Hinweis auf ihre Aktion „Pure Balance“. Die Begegnung mit Susanna brachte mich augenblicklich zurück zu meinem Thema: Unsere roten Schuhe standen sich am Augustinerplatz gegenüber, als ob sie sich in einem Spiegel träfen.