Wie bereits im letzten Beitrag erwähnt, war mir kein Weg zu weit, um die Revierkunst in Hattingen zu besuchen. Die außergewöhnliche Location, die riesige Halle direkt in der Industriebrache und das besondere Ausstellungsformat haben mich sofort fasziniert. Doch ein weiterer Grund für meine Reise war die Premiere eines einzigartigen Kunstprojekts.


großen Maschine
Achim Weinberg und PAS

Achim Weinberg, ein Künstler, den ich aus meiner fränkischen Heimat kenne, präsentierte dort sein neuestes Werk. Schon auf Instagram hatte ich seine aktuelle Serie verfolgt – Kunst aus gebrauchten Lockenwicklern. Die Idee war ebenso überraschend wie faszinierend, und so war meine Neugier geweckt.
Gemeinsam mit Helga Budde-Engelke betrat ich die Katakomben der Ausstellung. Unter einer gewaltigen Maschine erwartete uns eine Welt fragiler, kunstvoll arrangierter Gebilde – geschaffen aus Lockenwicklern unterschiedlichster Herkunft. In den dunklen Gängen leuchtete uns bereits ein grünes Wandobjekt entgegen, ein erster Vorgeschmack auf das, was noch folgen sollte.
Unterirdisches Leuchten
Zauberhafte, farbintensive Formen füllten den schmalen Ausstellungsbereich. Blautöne strahlten im Halbdunkel, während sich endlos erscheinende Farbspirale von Rot über Gelb bis Grün erstreckte – ein Kunstwerk, das durch seine Materialität und Farbgebung eine fast surreale Atmosphäre erzeugte.

Im hinteren Bereich der Ausstellung war geschäftiges Treiben zu beobachten: Eine Leiter, gedämpfte Stimmen – Achim selbst, gemeinsam mit einem Elektriker, der letzte Hand an die Beleuchtung legte. Die kunstvollen Lockenwickler-Installationen erschienen in diesem Licht wie leuchtende Wesen einer geheimnisvollen Unterwasserwelt.

Der Lockenwickler

Helga Budde.-Engelke und Achim Weinberg
Markenzeichen: Lockenwickler
Ein herzlicher Empfang folgte, als Achim hinter einer beeindruckenden Doppelhelix – selbstverständlich ebenfalls aus Lockenwicklern – hervorkam. An seiner Jacke baumelte ein einzelner Wickler, ein humorvolles Markenzeichen? Er wirkte fröhlich und bestens vorbereitet für die kommenden Ausstellungstage in dieser faszinierenden unterirdischen Kulisse.
Dass hier etwas ganz Besonderes entstanden war, stand außer Frage. Die Werke erzählten nicht nur eine Geschichte, sondern weckten Assoziationen, Emotionen und Neugier. Schnell wurde klar, dass dieses Projekt eine größere Zukunft haben würde – in Form eines Buches, das die Herkunft und Geschichte der verwendeten Lockenwickler dokumentiert, wie uns Achim berichtete.
Und dann kam die Krönung: Achim Weinberg wurde mit dem 2. Preis der Revierkunst ausgezeichnet – eine wohlverdiente Anerkennung für seine außergewöhnliche Kunst.